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Absage Athen Marathon 2020: Virtuell am Arsch!

Mit dem Athen Marathon 2020 musst ein weiteres Großevent sich dem Corona-Virus beugen. Trotz aller Planungen wurde ich als potenzieller Teilnehmer in der letzten Woche über die Absage informiert. Es hätte die größte Laufveranstaltung seit dem Beginn der weltweiten Pandemie werden sollen. Letztendlich scheiterte es an der Überführung der Teilnehmer zum Startpunkt, da der Athen Marathon ähnlich beispielsweise dem New York Marathon kein Rundkurst ist. Für mich hätte es der erste internationale Start seit dem Lanzarote Marathon 2019 werden sollen. Nun bleibt einem nur die Rückerstattung der Beiträge und die Option zu einer virtuellen Teilnahme.

2020: Das Jahr der virtuellen Läufe

Während im Januar und Februar 2020 noch national wie international diverse Marathonveranstaltungen durchgeführt wurden, beobachtete ich das gesamte Geschehen aufgrund körperlicher Probleme vom Spielfeldrand. Für mich war nicht an das Laufen eines Marathons zu denken. Mit dem Ausbruch des Corona-Virus erging es ab März 2020 auch tausenden anderen Menschen so. Laufen wurde zwangsläufig zum Individualerlebnis. Massenversammlungen, wie sie auch in Deutschland bei großen Läufen wie in Hannover, Hamburg oder Berlin zu finden sind, waren von heut auf morgen undenkbar.

Corona ließ das Marathonjahr 2020 vermutlich einmalig werden… – Bild Pixabay.com

Schon nach wenigen Tagen konnte man im Internet von kuriosen Leistungen lesen. Der Franzose Elisha Nochomovitz lief beispielsweise einen Marathon auf seinem Balkon. Sieben Meter Länge und ein Meter Breite genügten dem Laufbegeisterten um die 42,195 Kilometer in der sozialen Isolation zu absolvieren.

Dass die Laufgemeinschaft während dieser besonderen Zeiten etwas vermissen würde, war schnell klar. Schon kurz nach Ausbruch der Pandemie rief die Runner’s World den sogenannten Coronathon aus. Ein Laufwettkampf, den man für sich alleine austragen würde, um in Anschluss eine Urkunde durch das Laufmagazin zu erhalten. Weitere Corona-Alternativen sprossen wie die Pilze aus dem Boden: das virtuelle Laufen war geboren.

Virtuell Running ist wie das alkoholfreie Bier, das niemand bestellte

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern der Welt mussten die Veranstalter ihre Läufe absagen. Stattdessen luden sie die Menschen weltweit ein, virtuell teilzunehmen. Hinzu kamen gänzlich neu konzipierte virtuelle Läufe, die auch in den sozialen Medien mit klangvollen Namen um die Gunst der Konsumenten buhlten. Laufen vor der eigenen Haustür, um am Ende eine Medaille zu erhalten.

Wie man sich an der (Teil-)Überschrift bereits denken kann, üben derlei Veranstaltungen keinerlei Attraktivität auf mich aus. Das mag daran liegen, dass ich aus der Eisenszene stamme. Dort galt schon solange ich denken kann der Grundsatz: Es gibt tausende Studioweltmeister. Letztendlich zählen aber nur Ergebnisse bei einem Wettkampf. Ich werde bei einem Marathon niemals auch nur annähernd in Bereich gelangen, die mir Platzierungen wie im Powerlifting oder Natural Bodybuilding ermöglichen. Dennoch ist die Vorstellung, an einem virtuellen Lauf teilzunehmen, für mich so attraktiv, wie Fußpilz.

Ein Wettkampf ist ein Ziel. Ein virtueller Run ist maximal ein Leistungstest im Training. Vor allem hat es nichts mit den Regionen zu tun, die letztendlich auf der Medaille abgedruckt sind. Damit will ich niemandem die Freude an solchen Veranstaltungen nehmen oder die Teilnehmer gar diskreditieren. Doch gerade in den letzten Monaten gibt es, wenn man an einem Wettkampf teilnehmen will, durchaus Möglichkeiten. Diese mögen nicht San Francisco, Dubai oder Neu Delhi heißen, aber bieten letztendlich echte Wettkampfathmosphäre.

Nächstes Ziel Cuxhaven Marathon 2020

Ich selbst hatte mit nach dem Schweriner Seentrail bereits vor einigen Tagen recht spontan für den Cuxhaven Marathon angemeldet, von dem ich ursprünglich gedacht hatte, dass dieser bereits abgesagt war. Wie es sich die nächsten Tage im Zuge der steigenden Corona-Zahlen verhalten wird, weiß ich beim Verfassen dieser Zeilen noch nicht. Ich hoffe jedoch auf das Beste. Ähnlich wie beim Bremerhaven Marathon soll ein Start in 100er-Gruppen über einen Rundkurs erfolgen, der viermal zu bewältigen ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dies gut funktionieren kann. Ich hoffe, Verantwortliche und Veranstalter kommen zu demselben Ergebnis.

3 Gedanken zu „Absage Athen Marathon 2020: Virtuell am Arsch!“

  1. Moin Frank. Ich bin zwar den Cuxhaven Marathon noch nicht gelaufen, aber die Strecke über welche er führt schon des Öfteren im Urlaub da oben. Bei Bombenwetter macht es echt Bock mit den Schiffen um die Wette zu laufen. Viel Spaß dort oben !

    1. Bin wegen nem BB-WK mal in Cuxhaven gewesen und auch aufm Deich entlanggegangen. Das war damals wirklich schön dort! 😊

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