Schweriner Seentrail 2026: Magenprobleme beim Kilometerfressen

Einen Ultramarathon laufen, ohne wirklich darauf vorbereitet zu sein? Was nach keiner besonders klugen Idee klingt, beschreibt in etwa meine Ausgangslage vor dem Schweriner Seentrail 2026. Ein entsprechender Kampf sollte mein fünfter Ultramarathon werden, der erneut in der alten Heimat stattfand.

Im September 2025 sah die Welt noch anders aus

Als ich mich zwei Tage nach dem Buenos-Aires-Marathon für die zehnte Ausgabe des Schweriner Seentrails angemeldet hatte, ahnte ich noch nicht, wie die nächsten Trainingsmonate verlaufen würden. Nach meiner Rückkehr hatte ich mehrere Monate mit schmerzhaften Verspannungen und Einschränkungen zu kämpfen, die phasenweise jegliches Training unmöglich machten.

Am Ende war es lediglich ein verspannter Muskel in der tiefen Hüftmuskulatur. Nachdem dieser gelockert war, endeten die Probleme mehr oder weniger von einem Tag auf den anderen, und ich bereitete mich auf den Osaka-Marathon vor – nur um wenige Wochen vor dem Rennen erneut das geplante Training nicht richtig umsetzen zu können.

Inzwischen scheinen die Probleme endgültig behoben, doch Termine in der Familie und eine Erkältung sorgten dafür, dass ich zwischen dem Osaka-Marathon und dem Schweriner Seentrail kaum eine Handvoll Laufeinheiten absolvierte. Nur eine davon war länger als 10 Kilometer. Keine optimalen Voraussetzungen, um an einem Ultra-Trail teilzunehmen.

Ich wollte langsam starten, aber nicht so langsam

Entsprechend entspannt wollte ich in das Rennen starten, um nicht bereits zu früh die Reserven aufzubrauchen. Gemeinsam mit dem restlichen Starterfeld machte ich mich daher langsam auf den Weg und stellte schnell fest, tatsächlich sehr langsam unterwegs zu sein.

Meine Pace lag knapp unter sechs Minuten. Es fühlte sich keinesfalls belastend an, doch unter normalen Umständen wäre ich mit demselben Empfinden deutlich schneller zu Beginn eines Rennens unterwegs gewesen. Dies waren keine sonderlich guten Vorzeichen, und auch sonst fehlte mir die Leichtigkeit, die bei aller Anspannung zu Beginn eines Rennens normalerweise vorhanden ist.

Noch nie so nah an einer Aufgabe gewesen

So plätscherte das Rennen ein wenig an mir vorbei. Phasenweise war ich auf den Trail-Abschnitten völlig allein und konnte weder vor noch hinter mir andere Teilnehmer sehen. An den Verpflegungspunkten sammelte ich dann wiederum einige Läufer wieder ein. Wie ich es von meinen bisherigen Ultra-Teilnahmen kenne, wird so ein Rennen von vielen Teilnehmern weniger verbissen als ein Marathon angegangen.

Kurz vor Kilometer 40 forderten die Strecke und die Tagesform dann ihren Tribut. Ich musste das erste Mal gehen, und ein Bahnübergang, der kurze Zeit wegen eines Zuges geschlossen war, ließ mich diese Laufpause gut vor mir selbst rechtfertigen. Beim darauffolgenden Verpflegungspunkt unterhielt sich wenige Meter vor mir eine kleine Gruppe. Einer der Teilnehmer sprach davon, heute völlig zerstört zu sein. Er wolle den Marathon noch voll machen und sich dann abholen lassen.

Das klang verlockend. Während mein Puls durchgehend niedrig und phasenweise sogar in Zone 2 blieb, wollten die Beine zunehmend nicht mehr wirklich laufen. Die fehlenden Kilometer der vergangenen Wochen und Monate machten sich bemerkbar. Doch das sollte nicht das einzige Problem an diesem Tag bleiben.

Magenprobleme und Übelkeit

Ich ließ mich nicht abholen und schlich weiter über die Rennstrecke. Wenig später kam die nächste Herausforderung hinzu: Mein Magen machte Probleme. Ich hatte nicht nur Schwierigkeiten, überhaupt neue Kohlenhydrate aufzunehmen, sondern mir wurde auch spürbar übel. Mehrmals war ich kurz davor, mich zu übergeben, doch letztlich sollte diese zweifelhafte Erfahrung dem Rostock-Marathon 2021 vorbehalten bleiben.

Viel mehr Spektakuläres weiß ich über meinen 51. Marathon auch nicht zu berichten. Der Schweriner Seentrail war – wie schon bei meinen drei vorherigen Teilnahmen – ein toll organisiertes Rennen mit einer wunderschönen Strecke! Mein selbst gestecktes Ziel, unter sieben Stunden zu bleiben, verpasste ich mit 7 h 34 min deutlich. Dennoch war ich zumindest deutlich schneller als bei meiner ersten Teilnahme vor sechs Jahren.

Wie es in diesem Jahr weitergeht, habe ich noch nicht entschieden. Zu viele Baustellen waren in den vergangenen Monaten zu bewältigen, und ich bin gerade dabei, etwas Ruhe und Struktur zurückzuerlangen. In mein nächstes Rennen möchte ich in jedem Fall wieder besser vorbereitet starten.

Medaille 10. Schweriner Seentrail

Frank

2 Kommentar zu “Schweriner Seentrail 2026: Magenprobleme beim Kilometerfressen

  1. Guten Morgen Frank,
    super Leistung und danke das du noch alles mit uns teilst. Verfolge dich seit 2012 auf team andro und als Hybridathlet mit drei Kindern kann ich dir sagen dies ist das wahre Leben. 😉

    1. Diese berühmten 24 Stunden, die halb so alte Influencer ohne Kinder und wie alten Säcke alle gleichermaßen haben 😄😄

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