Asien, Marathon

Dubai Marathon 2019: Welche Zahnpasta nehme ich mit?

Ich reise zum Dubai Marathon 2019, packe meine Koffer und nehme mit… Was für Kinder ein Gedächtnisspiel ist, stellt für mich als Erwachsenen nicht selten eine Herausforderung desselben dar. Das Gefühl, etwas zu vergessen zu haben, wenn man die Haustür hinter sich schließt, werden die meisten Menschen kennen und begleitet mich fast regelmäßig in meinem Alltag und erst Recht auf den bisherigen Reisen zu den verschiedenen Marathons. Dabei ist mir bewusst, dass es eigentlich keinen Grund für unnötigen Stress gibt. Wenn man vom Reisepass und der eigenen Gesundheit absieht, wird man am Zielort vermutlich im Notfall alles kaufen können, was der zerstreute Kopf möglicherweise doch zu Hause ließ. Von daher bin ich froh, die unbezahlbare Gesundheit rechtzeitig zurückerhalten zu haben, um während dem Verfassen dieser Zeilen auf dem Weg zum Dubai Marathon zu sein.

Wann ist man gesund genug, einen Marathon zu laufen?

Nachdem am letzten Freitag, sieben Tage vor dem Dubai Marathon, noch nicht daran zu denken war, die Sportbekleidung aus dem Schrank zu holen, geschweige denn einen Marathon zu laufen, traf die alte Faustregel, dass so ein Infekt drei Tage kommt, drei Tage bleibt und drei Tage geht auch in meinem Fall zu. Bereits am Sonntag ging es mir spürbar besser und nachdem ich am Montag und Dienstag zur Arbeit gegangen war, fühlte ich mich am Mittwoch fit genug, ins Flugzeug zu steigen. Noch ein wenig mit ungewünschten Nasensekret belegt, aber ansonsten gut. Das führt unweigerlich zu der Frage, wann man gesund genug für das Laufen sei?

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Als Reaktion auf meine öffentliche Krankmeldung gab es den ein oder anderen gut gemeinten Hinweis, dass ich es nicht übertreiben bzw. nichts riskieren sollte. Ein Ratschlag, den mir auch meine Vernunft zuvor bereits gegeben hatte und den ich sehr wohl ernst nahm. Vor einigen Jahren beging ich den Fehler tatsächlich zu früh wieder ins Training zu gehen. Ich fühlte mich halbwegs, aber nicht vollständig genesen und im überschwänglichen Eifer fürchtete ich wohl wertvolle Trainingsfortschritte zu verlieren.

Machen wir uns nichts vor. Zum Rumsitzen genötigt zu werden, gefällt niemandem, der halbwegs ambitioniert einer körperlichen Aktivität nachgeht. Damals bezahlte ich die Ungeduld allerdings mit Lehrgeld und einen zweiwöchigen Erschöpfungszustand, den ich niemandem Wünsche und in dieser Form auch nicht erneut erleben will. Ich hatte zu früh mit dem Training begonnen, um zur Strafe nicht nur noch länger verharren zu müssen, sondern auch mit ernsthafte Sorgen um meine langfristige Gesundheit zu kämpfen. Den Begriff Myokarditis, also die Herzmuskelentzündung, hatte ich bis dahin noch nicht gelesen und hätte ihn vielleicht auch im jugendlichen Leichtsinn nicht ernst genommen. Nach dieser Lebenserfahrung war dies anders und ich bin seitdem zumindest etwas klüger.

Wann ist also der richtige Zeitpunkt, wieder mit einer Belastung einzusteigen? Bin ich gesund genug, um am Dubai Marathon 2019 teilzunehmen? Bin ich nach 10 Tagen Laufpause überhaupt fit genug für einen Marathon? Die letzte Frage wird sich spätestens am Freitag beantworten, wenn um 7 Uhr Ortszeit der Startschuss ertönen wird. Theoretisch sollte ich es aber sein. Die Literatur gibt eine Spanne von zwei bis drei Wochen an, bis aufgrund von Trainingspausen die Ausdauerfähigkeiten spürbar schwinden würden. Eine Zeitspanne, die in etwa der Halbwertzeit der Mitochondrien entspricht und für mich schlüssig klingt, ohne es vollständig ausreizen zu wollen. Ich sollte also keine Nachteile aufgrund der ungeplanten Trainingsauszeit haben.

Mental fühle ich mich ebenfalls gut genug. Ein Faktor, der sicherlich nie außer Acht gelassen werden sollte. Ich kenne Menschen, die wochenlange Marathonvorbereitungen abbrachen, nachdem sie ungeplante Pausen einlegen mussten, obwohl noch mehr als ausreichend Zeit bis zum Lauf gewesen wäre. Zugegeben keine Vollblutläufer, aber dennoch ein Beispiel dafür, wie wichtig nicht nur die körperliche Bereitschaft ist.

Aber bin ich auch gesund genug? Mit vollkommender Sicherheit kann dies zum Ende des Genesungsprozesses vermutlich niemand sagen. Ich selbst orientiere mich, wie bereits im letzten Beitrag beschrieben, an meinem Ruhepuls, den mir mein Fitbit dokumentiert. Dazu muss man sagen, dass die App eine gewisse Ungenauigkeit mit sich bringt. Der angezeigte Ruhepuls entspricht eher einem berechneten Wert aus dem Puls während den Ruhephasen. Der tatsächliche Ruhepuls, der morgens direkt nach dem Aufwachen noch im Bett liegend gemessen wird, ist in der Regel ein paar Schläge niedriger, wobei ich dies insbesondere aus Sportlersicht nicht als technischen Nachteil betrachte. Auf diese Weise erhalte ich nicht nur ein Feedback, ob ich nach einigen Stunden Schlaf einen für mich normalen Puls habe, sondern auch wie gut ich Alltagsbelastungen vertrage. Wie fit ich (wieder) bin. Bin ich also gesund genug? Mein Puls sagt ja und mein Gefühl ebenfalls.

Die Zahnpasta nicht wieder vergessen

Also packte ich gestern Abend meinen Koffer, der vielmehr ein Köfferchen darstellt. In Dubai wird es 25 Grad wärmer als in Deutschland sein und mein Aufenthalt beschränkt sich, wie schon in Graz und Pisa, auf den Tag der Startunterlagenabholung, den Tag des Dubai Marathons und der anschließenden Abreise. Entsprechend nahm die Laufbekleidung sowie zwei Bücher zum Lesen wie üblich den Hauptanteil des kleinen Koffers ein, wobei aufgrund der zu erwarteten Temperaturen deutlich weniger anzuziehen sein wird, als zuletzt beim Pisa Marathon.

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Der Flughafen in Amsterdam war leicht Schnee bedeckt.

Und wenn, dann könnte ich schließlich immer noch am Zielort das Notwendigste kaufen, falls ich doch etwas vergessen hätte. Dies gelang mir zuletzt dreimal: Sowohl auf der Reise zum Graz Marathon, zum New York Marathon als auch dem Pisa Marathon vergaß ich, Zahnpasta mitzunehmen. Entsprechend gab es diesmal bereits am Vortag der Abreise – berechtigte – spitze Bemerkungen, dass ich die Zahnpasta nicht vergessen solle, die ich mit dem Hinweis abtat, wie üblich am Morgen der Abreise meine Waschtasche zu packen und mich diesmal schon zu erinnern.

Dabei hätte ich diesmal gar nicht gegen die Zerstreuung in den Ring steigen müssen. Am nächsten Morgen lagen die Tuben fein aufgereiht auf der Waschmaschine bereit. Vermutlich sollte ich dankbar sein, nicht im Schlaf noch eine Erinnerung mit Zahnpasta statt Edding auf die Stirn geschrieben bekommen zu haben. Ich packte meinen Koffer also diesmal und nahm mit… Bekleidung, zwei Bücher, mein MacBook und etwas zu Essen und die Waschtasche. Diesmal mit einer Tube Zahnpasta darin.

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