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Halo Top Eis ist in Deutschland angekommen

Ich habe mein erstes Halo Top Eis in Deutschland gekauft. Was für den einen Teil der Menschheit vermutlich so spannend ist, wie der berühmte Sack Reis in China, stellt für Menschen wie mich ein vorweihnachtliches Geschenk dar. Ich bin ein Eis-Junkie, was durchaus in Verbindung mit dieser Reise in 80 Marathons um die Welt steht. Aber kommen wir erst einmal zurück zur genannten Eissorte.

Zwischen Reis mit Hähnchen und Eiscreme

Wie aufmerksame Leser längst wissen, ist mein sportlicher Background der letzten Jahre in der Kraftsport- und Bodybuildingszene verortet. Dieser kleinen Subkultur, deren Mitglieder in die Optimierung ihrer Ernährung mehr Zeit und Hirnschmalz investieren, als Sportler jeder anderen Disziplin – unabhängig vom Leistungsniveau. Bei vielen Trainierenden kann dies durchaus Züge einer Essstörung annehmen und insbesondere (weibliche) Wettkampfathleten entwickeln im Zug von Vorbereitungen ein ungesundes Verhältnis zum Essen. Selbst viele Hobby-Sportler beginnen bezüglich ihres Essens in Extremen zu denken. Was vermeintliches clean eating darstellt, wird zu einem eingeschränkten Lebensstil. Bereits der Gedanke daran, diesen nicht einzuhalten und dabei möglicherweise Fortschritte zu verschenken, führt bei vielen Sportlern dieser Subkultur zu psychischem Stress, der sich bei vielen über die Zeit in Störungen verfestigt.

Gleichzeitig führt dieses Denken in Extremen zu einem nahezu exzessiven Zelebrieren von Süßigkeiten und Junk Food. Klingt für Außenstehende nach einem bizarrem Widerspruch? Niemand hat behauptet, dass es klug, sinnvoll oder optimal und zielführend sei, was viele Menschen heutzutage noch immer betreiben. Tatsache ist aber, dass auch Eis seinen festen Platz hat und die Inszenierung eines Ben and Jerrys für Social Media Bilder – witziger Weise meist komplett gefüllt – ebenso akribisch geplant wird, wie die nächste Trainingseinheit.

Dumm nur, dass so ein Pint die Kalorienvorgaben einer Bikini-Athletin in der Wettkampfvorbereitung sprengt und entsprechend drängten die letzten Jahre immer wieder alternative Anbieter auf den Eismarkt, die kalorienärmeren Genuss versprachen. Egal ob Vorreiter wie Wheywhey, Pro Delight oder Protami als Fertigprodukte auf der einen Seite oder Eismischungen zum Selbstherstellen von diversen Supplementherstellern auf der anderen. Das Problem war immer dasselbe: Das zu konsumierende Produkt war kalt, aber hatte sonst im besten Fall mehr und im schlechtesten weniger etwas mit Eiscreme zu tun. Wenn man Vanille-Proteinpulver auf körnigen Frischkäse streut und das ganze Low Carb Milchreis nennt, hat das Ganze längst nichts mit echtem Milchreis zu tun. Die Jagd nach dem heiligen Gral des sündenfreien Genusses war also längst nicht beendet. Zumindest in Deutschland.

Halo Top der Star am Low-Calorie-Eishimmel?

In den USA dagegen trat die Eismarke Halo Top bereits vor Jahren an, um genau dieses Rennen für sich zu entscheiden. Mit Erfolg: Im Jahr 2017 wurde das kalorienreduzierte Eis vom Time Magazin zu einer der 30 besten Erfindungen des Jahres gekürt, wie die Süddeutsche zu berichten wusste. Halo Top genoss also bereits in der Vergangenheit auch in Deutschland Aufmerksamkeit, ohne dass die Deutschen in den Genuss gekommen wären, obwohl die Geschichte des Unternehmens bereits 2012 ihren Anfang nahm.

Ich selbst hörte erstmals durch meinen Partner beim Podcast-Projekt Dünn und Dünner von diesem Produkt. Heiko war in den USA gewesen und dort strahlte ihn die Kernbotschaft der Halo Top Becher bereits aus dem Kühlregal an: Ein Pint, also 473 ml, enthält gerade mal um die 300 kcal. Während Vanille beispielsweise mit 280 kcal auftrumpft, veranschlagt die Zimtvariante von Halo Top 360 kcal und entspricht selbst in dieser hochkalorischen Variante immer noch lediglich einem knappen Drittel, was die gleiche Menge Ben and Jerrys oder Häagen Dazs ausmachen würde. Und diese Zahl wird in maximaler Größe in Front der Packungen präsentiert. Die Botschaft ist also klar: Kalorienarmer Genuss ohne Reue.

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Ben and Jerrys S’Wich Up vs. Halo Top Sea Salted Caramel

Und Genuss waren die Halo Tops, die Heiko in den USA probierte, gemäß seiner Erzählungen in jedem Fall, so dass ich mich sofort an unser Gespräch erinnerte, als ich im November erstmals selbst in den USA war, um den New York Marathon zu laufen. Bereits am ersten Tag wurde die erste Halo Top Packung gekauft und im Hotel gegessen. Es war so etwas wie Liebe auf den ersten Löffel. Ich esse, wie angesprochen, für mein Leben gerne Eis und probierte mich über die Tage in New York durch verschiedene Sorten durch.

Es ist vielleicht nicht mein Kryptonit, aber bereits in meiner Zeit als Autor beim Satiremagazin ZYN! verfasste ich einen Artikel bezüglich der Erlangung der Weltherrschaft, der die Erfindung des kalorienlosen Eises als eine Option darstellte. Fast eineinhalb Dekaden später schickt sich Justin Wollverton, der Erfinder von Halo Top, vielleicht nicht unbedingt an, die Weltherrschaft zu erlangen, aber zumindest schon einmal das meistverkaufte Eis der USA zu produzieren.

Halo Top in deutschen Edekas

Das Geheimnis: Luft. Also keine heiße, wie bei manch nicht eingehaltenem Werbeversprechen, sondern in der Verpackung selbst. Während Ben and Jerrys und Halo Top beide jeweils ein Pint füllen, wiegt die Eismasse des erstgenannten deutlich mehr. Luft im Eis? Das ist keine Besonderheit, wie schon 2015 die Zeit in einem Artikel aufklärte. Die kalorienlose Zutat sorgt im Eis für eine gewisse Cremigkeit – und im Falle von Halo Top eben auch für eine gezielte Kalorienreduktion, ohne dabei auf den Geschmack verzichten zu müssen. Angesichts der Tatsache, dass eine Packung Halo Top in einer Liga mit den beiden genannten Premium-Eissorten spielt, muss vermutlich jeder für sich selbst entscheiden, ob er sein Geld in Kalorien aufwiegen möchte. Geschmacklich ist Halo Top für mich das Cola Zero der Eisindustrie.

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Ich selbst freue mich also ungemein, dass Halo Top nun auch in Deutschland angekommen ist. Bis auf die Schoko-Banane-Variante enttäuschte mich in den USA keine Sorte, so dass ich aus dem Edeka, der das Eis anbot, gleich mehrere Packungen mit nach Hause nahm. Salziges Karamell, Zimt, Vanille und Erdnussbutter warten darauf, die nächsten Tage von mir konsumiert zu werden und haben zusammen kaum mehr Kalorien als das Ben and Jerrys, das sich mit den Halo Tops aktuell mein Eisfach teilt.

Denn das war schon während meiner ersten Marathonvorbereitung ein Vorteil, den ich als Nicht-Läufer schnell zu schätzen lernte: Das Trainingspensum sorgt(e) für eine ernstzunehmende Erhöhung des Kalorienbedarfs und ich hatte schon damals keinen Sinn darin erkannt, diese zwanghaft clean zuzuführen, wenn die Grundlagen der Ernährung passen. Willkommen in Deutschland, Halo Top. Ich hätte gedacht, dass wir uns erst im Juli bei einem kommenden Marathon wieder begegnet würden.

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