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Bremerhaven Marathon 2020: Das Licht in der Corona-Dunkelheit

Das Marathonjahr 2020 stand in seiner ersten Hälfte unter keinem guten Stern. Während im Frühjahr Corona den Rotstift im Rennkalender angesetzt hatte, kämpfte ich monatelang mit ein paar bis heute nicht ganz geklärten Problemen, die mich zwischenzeitlich daran zweifeln ließen, im Wettkampf wieder die volle Marathondistanz laufen zu können. Umso mehr wird der in einer Woche anstehende Bremerhaven Marathon 2020 mein bisheriges Jahreshighlight. Im Training waren die 36 Kilometer auf nüchternen Magen zuletzt schwer, was jedoch nichts daran ändert, dass ich zuversichtlich und dennoch demütig in Richtung Marathon Nummer 22 blicke.

Laufen in Zeiten von Corona

Der Bremerhaven Marathon wird seit 2005 jährlich veranstaltet, so dass 2020 der 16. Durchlauf stattfinden wird. Aufgrund der weltweiten Pandemie im Zusammenhang mit dem Covid-19-Virus wird in diesem Jahr aber fraglos vieles anders sein, als bei den vorherigen Veranstaltungen. Dabei kommt dem Marathon der Hafenstadt fraglos zugute, dass die Veranstaltung als eher beschaulich zu beschreiben ist. Waren es 2005 noch ganze 257 Finisher über die volle Distanz, sahen 2010 lediglich 108 Teilnehmer das Ziel. In diesem Jahr werden keine 200 Männer und Frauen für den Marathon an den Start gehen. Ich erwarte entsprechend einen eher familiären Lauf. Das Rennen hat nicht einmal ein Logo.

Ein Grund ist ohne Frage aber auch der bereits angesprochene Virus. Auf alle Distanzen gesehen, ist die Maximalteilnehmerzahl auf 1.000 Läufer begrenzt worden, um das Hygienekonzept des Veranstalters umsetzen zu können. Neben einem Einwegchip, der nicht zurückgegeben werden muss, und Desinfektionsmittel an mehrere Stellen soll ein Call-Room für Sicherheit sorgen. Hier werden sich die Teilnehmer des jeweiligen Laufs nach Aufruf versammeln und in Gruppen zum Startbereich geleitet. Dort sollen schließlich 100 Startpunkte mit dem notwendigen Abstand abgeklebt sein, die den geordneten Start ermöglichen sollen.

Während vor dem Rennen noch Maskenpflicht und Abstand gelten, sollen diese nach knapp 500 Meter abgenommen werden dürfen, wenn das Feld sich entzerrt hat. Auf diesem Weg sollte ein normales Atmen während des Rennens kein Problem darstellen.

Blick auf Bremerhaven – Foto: Wikipedia.de

Steigende Corona-Zahlen und steigende Vorfreude

Die letzten Tage wurde aufgrund der Urlaubszeit in Deutschland von steigenden Corona-Zahlen berichtet. Entsprechend beobachtete ich insbesondere die letzten zwei Wochen regelmäßig die Homepage des Bremerhaven Marathons, ob es nicht doch noch zu einer (spontanen) Absagen kommen wäre, wie ich es zuletzt beispielsweise für den Münster Marathon erlebt hatte. Andere Veranstalter haben ihre Läufe gänzlich abgesagt oder veranstalten wie Köln einen virtuellen Run.

Gestern gab dann auch der Dresden Marathon bekannt, dass die Veranstaltung in diesem Jahr nicht stattfinden wird. Sollte es keine böse Überraschung mehr geben, wird den Bremerhaven Marathon dieses Schicksal jedoch nicht erleiden. Er bleibt für Marathonläufer das Licht in dieser dunklen Corona-Zeit und ist vielleicht zumindest für kleinere Veranstaltungen eine gute Orientierung, wie auch zukünftig Marathons umgesetzt werden könnten.

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