Jahresrückblicke sind eine Tradition, die in vielfältigen Medienformaten genutzt werden, um einen Rückblick auf die zurückliegenden Monate zu liefern. Ähnlich wie Lebkuchen und Schokoweihnachtsmänner schon lange vor der Weihnachtszeit im Supermarkt zu finden sind, werden auch Jahresrückblicke inzwischen immer früher veröffentlicht. So gesehen stellt dieses Exemplar das genaue Gegenteil dar und macht zumindest eines in gewisser Weise deutlich: Mit zwei Kindern mangelt es einem am Ende des Tages doch an Zeit dafür, darüber zu berichten, wofür man Zeit hatte.
Zeitliche Prioritäten
Als ich diesen Blog in der zweiten Jahreshälfte 2018 gestartet hatte, bestand zwar eine grobe Idee, wie sich dieser entwickeln könnte, aber letztlich keine so wirkliche Vorstellung. Die Frequenz eines wöchentlichen Artikels beendete ich nach gut einem Jahr, da der erhoffte Impact ausblieb, der einen solchen Zeitaufwand gerechtfertigt hätte.
Das ändert nicht daran, dass ich bis heute versuche, immer mal wieder von meiner Person losgelöste Themen hier zu veröffentlichen. Doch wenn es etwas gibt, was ich seit 2018 zunehmend weniger habe, dann ist es Zeit. Zumindest für dieses Projekt. Die Geburt des zweiten Kindes war der Beginn eines weiteren Kapitels, das eine (erneute) Verschiebung der Prioritäten verlangte.
In der Konsequenz nahm ich mir die Zeit in erster Linie von meinen kreativeren Projekten wie dem Blog und dem Podcast. Beide würde ich gerne (wieder) mehr frequentieren, auch wenn ich nicht zu den „Content-Creatorn“ gehöre, die es besonders smart finden, dieselben Themen alljährlich in neuem Gewand aufzuwärmen. Das Geschäftsmodell dahinter ist mir bewusst und ich halt es auch für legitim, doch das wäre anderes Thema. Vielleicht ist in Zukunft mal wieder hierfür und für weitere mehr Zeit.
Rückblick auf den Ausblick 2023
Dies führt dazu, einen Blick auf das Jahr 2023 zurückzuwerfen, das in gewisser Weise am Ausblick gemessen werden muss. Ich schrieb bereits vor über zwölf Monaten, dass solche Jahresausblicke eine Sache für sich sein und behielt damit Recht. Der geplante Marathon in Hannover fand auch für mich statt, wobei das Rennen insgesamt eher enttäuschend war. Der Schichtdienst insbesondere auch am Wochenende, das Neugeborene und eine zwischenzeitliche Erkrankung forderten ihren Tribut, waren gleichzeitig aber auch eine Lehre. Rückblickend hätte ich mein Training flexibler geplant und kann diese Erfahrung zumindest in Einzelbetreuungen inzwischen gewinnbringend einsetzen.
Was nicht stattfand, war die Teilnahme an einem Ultra-Marathon, was ebenso dem Schichtdienst geschuldet war. Ich musste das Wochenende arbeiten und bekam schlichtweg nicht frei. Ebenso wurden aus einigen geplanten Starts in Europa letztlich nur ein Rennen in Belgien. Während der Flug nach Skopje zu weit nach hinten verschoben wurde, verhinderte eine Erkrankung zum Jahresende noch einmal ein Rennen in Spanien. Doch das Jahr 2023 hatte nicht nur schlechte Seiten.
Statt in Skopje startete ich spontan beim Bremen Marathon und lief erstmals seit dem Bandscheibenvorfall wieder ein Rennen unter 3–30. Dies hatte ich im Ausblick zwar als „vorsichtiges Ziel“ formuliert, ungeplant kam es aber dennoch, nachdem die ganze Teilnahme spontan und auch etwas chaotisch verlaufen war. Umso mehr wird mir der Lauf immer in guter Erinnerung bleiben.
Mein erstes eigenes Laufband
Eine der großen Veränderungen im vergangenen Jahr war die Anschaffung eines eigenen Laufbandes. Wer dies schon einmal versucht hat und keinen fünfstelligen Betrag für ein Studiomodell ausgeben möchte, wird schnell feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, echte Erfahrungsberichte zu finden. Dies merke ich inzwischen auch an den Aufrufzahlen meines eigenen Artikels.
Insbesondere für die heißen Tage hat sich das Gerät bewährt. Aber auch an Wochenenden, an denen ich mir die Möglichkeit offenhalten möchte, im Zweifelsfall wegen der Kinder sofort präsent sein zu können, habe ich das Laufband schätzen gelernt. Ich würde jedoch lügen, wenn ich mein gekauftes Gerät blind weiterempfehlen würde.

Wenn es meine Zeit erlaubt – da hätten wir das Thema wieder – plane ich im Sommer einen 365-Tage-Erfahrungsbericht zu meiner Anschaffung. Ich kann zumindest so weit spoilern, dass ich überlege, mir doch noch einmal ein hochwertigeres Gerät anzuschaffen. Gleichzeitig erfüllt das bisherige Laufband seinen Zweck.
Wie geht es 2024 weiter?
Zu dem Zeitpunkt, dass ich diese Frage aufschreibe, ist der erste Monat dieses Jahres bereits vergangen. In wenigen Wochen soll es nach Malta gehen, sodass der erste internationale Marathon im Jahr 2024 absolviert wäre. Die Reisekosten sind überschaubar und gleichzeitig soll die Insel sehr schön sein, wie mir bereits mehrfach berichtet wurde. Ich bin gespannt, wie viel man hiervon im Rahmen des Marathons zu sehen bekommt, der ähnlich wie New York oder Thessaloniki keine Rundstrecke ist.
Im März ist hingegen eine dritte Teilnahme am Schweriner Seentrail geplant. Damit wäre der Ultra-Marathon in diesem Jahr von der Bucket List, wobei zum jetzigen Zeitpunkt ein paar terminliche Probleme bislang nicht ganz beseitigt sind. Im Zweifelsfall muss das Rennen wie schon im letzten Jahr für mich ausfallen. Das Laufen und die Rennen sind mir wichtig, aber haben letztlich nicht die oberste Priorität in meinem Leben.
Die letzte Etappe, von der ich bereits sprechen möchte, stellt der Vancouver Marathon im April dar. Die Reise nach Kanada ist gebucht, die Einreiseerlaubnis eingeholt und auf der Arbeit ein entsprechendes Zeitfenster geblockt. Nachdem es im letzten Jahr also nicht sonderlich weit über die Grenzen hinausgegangen war, besteht für mich im Jahr 2024 ein Vorhaben darin, zumindest zwei Rennen auf einem anderen Kontinent zu absolvieren.
Alles Weitere lasse ich auf mich zukommen. Die Reise in 80 Marathons um die Welt geht somit in ihr nächstes Jahr und zumindest ich bin gespannt, wo diese mich hinführt.
Hallo Frank. Mal wieder ein schöner Beitrag! Dieses Jahr habe ich mit dem Training, basierend auf Grundlage deiner Bücher, für meinen ersten Ultramarathon angefangen. Es soll der Eifelmarathon in Waxweiler werden, der schon öfter als einer der schönsten Landschaftsmarathons Deutschlands genannt wurde. Vielleicht sieht man sich?